Dokumentarfilm Nerven Bruch Zusammen DIE SANFTEN BILDER EINES WIENER FRAUENHAUSES
Eröffnungsvorstellung im Rahmen von
this human world film festival
am 29.11.2012 im Gartenbaukino
Voraussichtlich ab Jänner 2013 im Kino
von Anna Petretto

In seinem neuesten Dokumentarfilm Nerven Bruch Zusammen begleitet Arash T. Riahi (bekannt u. a. für den Spielfilm Ein Augenblick Freiheit) be- hutsam und zärtlich den Alltag obdach- loser Frauen, die am Rande unserer Er- folgsgesellschaft leben. Es handelt sich um jene Frauen, die unterschiedlich be- dingt aus den sozialen Netzen unserer Leistungsgesellschaft herausgefallen waren und im Haus Miriam der Cari- tas, dem Übergangswohnheim, durch Schutz und Sicherheit vor der sie un- terdrückenden Männergesellschaft ei- nen Weg in die Stabilität zurückfinden sollten. Regelmäßige Betreuung durch Sozialarbeiterinnen gehört dort zum Alltag. Männer und Kinder dürfen nur zu Besuchszeiten in das Heim.
Vor gut einem Jahrzehnt beschloss Arash T. Riahi, zwei Monate nach Beginn seines Zivildienstes im Über- gangswohnheim für obdachlose Frau- en, seine persönlichen Erfahrungen zu dokumentieren. Nach Absprache mit der Heimleitung und den Protago- nistinnen filmte er delogierte, durch Partnerverlust gekränkte, körperlich und geistig misshandelte, drogensüchtige, illegal ansässige und psychische erkrankte Frauenexistenzen. Nach und nach begannen die Frauen sich zu öffnen und von ihren Schicksalsschlägen zu erzählen. Immer öfter kam es vor, dass die Protagonistinnen den Regis- seur aktiv aufforderten, sie zu filmen, um ihre Notlage festzuhalten. Immer bewusster wollten sie das Gedächtnis der Kamera benützen und begriffen den Film immer mehr als ihr Sprachrohr in einer Gesellschaft, in der sie sich ver- gessen glaubten. Zehn Jahre nach den Dreharbeiten kehrt der Regisseur in das Übergangswohnheim zurück. Nah, jedoch unaufdringlich trifft er auf neue Schicksale und auch auf einige ehema- lige Frauen, die inzwischen außerhalb des Hauses leben. Was sie verbindet, ist das Ausgesperrt sein von dem, was sie einst „daheim“ nannten.
Die Neugierde der ZuschauerInnen wird teils skurril, teils melancholisch, auf jeden Fall gefühlvoll befriedigt, oh- ne in die Würde und Privatsphäre der Protagonistinnen einzudringen. Ein erstmals im Rahmen der diesjährigen Diagonale gezeigter Langzeitdokumentarfilm als Hommage an all die Frauen, die das Leben bisher nicht zu huldigen wusste.

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